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Passionsblume – Passiflora incarnata

Pflanzenporträt

Schon die amerikanischen Ureinwohner verwendeten die Passionsblume auf vielseitige Weise. Auch als mildes Schlafmittel kann die Heilpflanze dienen. Die exotische Pflanze ist mit der Maracuja verwandt. Ihre bunten Blüten wirken wie kleine Kunstwerke.

Naturmedizin der Steppe

Die Geschichte der Pflanze beginnt in den weiten Steppen Nordamerikas. Ureinwohner wie die Cherokee brauten aus ihren Wurzeln einen kräftigen Tee gegen Leberbeschwerden. Bei Schnittwunden und Entzündungen legten sie Umschläge mit Wurzelbrei an. Auch in Südamerika verwendete die indigene Bevölkerung Passionsblumengewächse: Bekannt ist vor allem die Maracuja, auch Gelbe Granadilla genannt. Die schmackhafte Frucht mit den vielen Samen gehört zur selben Familie wie die Passionsblume. In der Tupi-Sprache bedeutet „Mara” so viel wie „Speise und „Cuja” heißt „Gefäß” – beides Hinweise auf die schmackhafte Frucht mit den vielen Samen in einer festen Schale.

Christliche Missionare hingegen sahen in den Blüten Symbole der Passion Jesu Christi. So soll unter anderem der rotgetüpfelte Kranz die Dornenkrone darstellen und die drei Griffel die Kreuznägel. So entstand der lateinische Name der Heilpflanze, «Passiflora incarnata”. Übersetzt bedeutet das „Fleisch gewordene Leidensblume”.

Schönheit für nur einen Tag

Leuchtend weiße Hüllblätter, darüber ein Kranz violetter Strahlen – die Blüte von «Passiflora» wirkt wie ein filigranes Kunstwerk. In ihrer Mitte sitzen fünf hellgrüne Staubgefäße und drei violette Narben, die Fortpflanzungsorgane. Rund 530 verschiedene Arten gibt es auf der Welt. Sie blühen in allen Farben des Regenbogens: grün, weiß, rosa, pink, rot, violett und blau, ja sogar schwarz. Ihre Schönheit ist vergänglich. Nach nur einem Tag schließt sie sich und beginnt mit der Fruchtbildung. Neben ihrer ursprünglichen Heimat Amerika stammen einige Arten aus Ostindien und Australien. Ihre rankenden Stängel können bis zu zehn Meter lang werden. Neben der Blüte sehen noch weitere Pflanzenteile dekorativ aus, etwa die fein gesägten Blätter. Und aus den Blattachseln winden sich schmale Ranken, die sich korkenzieherartig kringeln.

Welche Wirkung hat die Passionsblume?

Wer schlecht ein- oder durchschlafen kann, kennt das Gefühl: Man dreht sich von links nach rechts. Die Gedanken kreisen, der Schlaf will einfach nicht kommen. Hier kann Passionsblume helfen. In der Anthroposophischen Medizin dient sie vor allem zur Linderung, wenn man nicht zur Ruhe kommt. Ihre Inhaltsstoffe haben eine mild beruhigende und angstlösend Wirkung. Die traditionelle Heilkunde nutzt die Pflanze deshalb als natürliche Alternative zu klassischen Schlafmitteln. Das Gute dabei: Sie verursacht keinen „Hangover”-Effekt. Es kommt also nicht zu Tagesmüdigkeit, einer sonst häufigen Nebenwirkung. Auch Menschen mit instabilem Kreislauf oder leicht erhöhtem Blutdruck können von der Pflanze profitieren, die Inhaltsstoffe wie Cumarin, Spuren von ätherischem Öl, Glykoside sowie Flavonoide wie Vitexin enthält.

Blüte und Kraut für die Tinktur

Zur Blütezeit erntet Weleda die oberirischen Teile der Passionsblume. Es kommen also Blüte und Kraut zum Einsatz. Im Weleda Heilpflanzengarten bei Schwäbisch Gmünd, gedeiht die Pflanze nach den Richtlinien der biologisch-dynamischen Landwirtschaft. Ernte ist meist im Juli und August. Direkt danach verarbeiten wir das frische Material in unserer Tinkturenherstellung. Passionsblume ist Bestandteil der Arzneimittel Calmedoron®.

Über Wirkung und unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

Bei Nervosität und Einschlafstörungen
50 ml
Beruhigen und fördern einen entspannten Schlaf
10 g